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Portrait Aruscha Kramm

Mit Sprachsteuerung das Smartphone für Sehbehinderte nutzbar machen – Aruscha Kramm, ARD/ZDF Förderpreis-Nominierte 2018, verbessert mit ihren Forschungsergebnissen die Barrierefreiheit von mobilen Applikationen

Ob sie auf den Namen „Siri“ hören oder mit einem gesprochenen „OK Google“ wach werden: die Sprachsteuerung gehört zu den Standardfunktionen von Smartphones. Spracheingaben sind aber nicht nur zum Diktat oder zur Navigation für uns alle sehr nützlich, sondern gerade auch für Sehbehinderte und Blinde eine ungeheure Hilfe, um damit Apps auf dem Handy bedienen zu können. Damit das klappt, braucht es Detailarbeit der Programmierung, um einzelne Programme sprachsteuerbar zu machen. Genau das ist das Thema der Bachelorarbeit von Aruscha Kramm. Sie entwickelt unter Einbeziehung der Grundfunktionen des iOS- und Android-Betriebssystems mit einem Prototypen ein Grundgerüst für eine Sprachsteuerung, das auf einzelne Apps hin übertragen und angepasst werden kann.

Aruscha Kramm ist schon immer ohne Scheuklappen mit Informatik und Technik umgegangen. Sie gehört zu einer Generation, die außer durch die Prägung im Elternhaus auch mit MINT-Förderangeboten für Mädchen und junge Frauen in Berührung gekommen ist. Ihre Einstellung bringt sie selbst so auf den Punkt: „Ich probier‘s einfach aus und schaue dann, was passiert!“ So war die Entscheidung für das Bachelorstudium der Medieninformatik an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig durchaus logisch. Aber es hätte bei ihren vielfältigen Begabungen und Interessen auch ein Maschinenbau- oder Musikhochschulstudium sein können.

Aktuell arbeitet sie – passend zum Thema ihrer nominierten Arbeit – weiter mit im Team „Digitale Produkte“ beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig, das sich beim Relaunch aller elf MDR-Apps besonders auch die Barrierefreiheit auf die Fahnen geschrieben hat. Geleitet wird dieses Team übrigens von Franziska Rumpelt, der ARD/ZDF Förderpreisträgerin aus dem Jahr 2013. Für Aruscha Kramm geht es aber auch wissenschaftlich weiter: im Oktober möchte sie ihr Masterstudium der Medieninformatik beginnen.

(Bild: privat)